Montag, 19.02.2018 09:07 Uhr

Wirtschaftsblase in der Bundesrepublik

Verantwortlicher Autor: Nicolaus Dinter Hamburg, 08.06.2017, 19:26 Uhr
Presse-Ressort von: Nicolaus Dinter Bericht 4156x gelesen
Der crash wird kommen?
Der crash wird kommen?  Bild: Nicolaus Dinter

Hamburg [ENA] Da lese ich in letzter Zeit immer wieder von sogenannten seriösen Anbietern etwas über einen Crash, der uns in den nächsten Jahren erwartet. Da steht eine Menge plausibler Dinge drin, aber warum soll ich dann bei denen das kaufen, was gerade zum gefährlichsten Gut der Krise oder des Crashes wird?

Also klar ist inzwischen, das Steuerlasten von bis zu 80% auf uns lasten und das da etwas geschehen muss. Wir in Deutschland zahlen, als Mittelverdiener, mehr Steuern, als die Schweden in den 70igern. Die haben damit sich in ein wirtschaftliches Dilemma besteuert. Der Staat greift so tief in die Taschen der Bundesbürger, wie nie zuvor. Da helfen auch keine Steuerspar - Tipp, das ist immerhin Geld, was in dunkle Kanäle verschwindet und vernichtet ist. Im Gegenzug sind die Konsumenten immer weniger geworden, nicht etwa, weil da jemand an die Umwelt denkt, sondern, weil kaum noch ein Deutscher mehr verdient, als das Existenzminimum ist oder so viele Steuern zahlt, das er am Ende der Gehaltsrechnung nichts mehr zum Ausgeben hat.

Wenn ein normal Sterblicher versucht einen Kredit zu bekommen, muss er 2.000,00 Euro + verdienen; das heißt, alles, was über 2.000,00 Euro liegt darf von Deutschen Kreditinstituten zur Verwendung eines Kredites herangezogen werden. Somit ist das Existenzminimum für eine allein lebende Person in Deutschland auf 2.000,00 Euro festgelegt worden, nicht etwa in einem Jahr, nein sondern in einem Monat.

In Hamburg ist der durchschnittliche Stundenlohn inzwischen auf 6,50 Euro gesunken. Auch wenn Statistiken anderes behaupten; da werden aber nur Einkommen über 20,00 Euro gezählt, was natürlich zur Folge hat, dass es einen Durchschnitt von 27,50 Euro ergibt. Auch der sogenannte Mindestlohn ändert nichts, immerhin darf nur einer diesen Lohn beziehen, wenn er keine Unterstützung vom Arbeitsamt oder Jobcenter bekommt.

Auch die Möglichkeit, Menschen außerhalb des Tarifvertrages ein zu stellen (z.B. 450,00 Euro – Job) und damit die Möglichkeit, unter dem Mindestlohn zu bleiben. Oder aber die Arbeitszeit so hoch zu setzen, dass der Lohn unter 6,50 Euro rutscht. Auch die 1,00 Euro – Jobber, sind weiterhin auf dem Vormarsch und stellen damit einen Druck auf die Stundenlöhne da. Mal abgesehen von der Schwarzarbeit, die immer mehr wird und eine Reguläre Tätigkeit fast schon an den Rand der Menschlichkeit bringt.

Wie viele Menschen unter dem Existenzminimum leben von 2.000,00 Euro lässt sich nur schätzen. Da rüber gibt es nur wage Statistiken, aber traut man denen und rechnet, so dürften mehr als 70% aller Deutschen unter dem Einkommen liegen. Dafür sind die Mieten explosionsartig in die Höhe gestiegen. Hat ein Sozialhilfe Haushalt vor fünf Jahren in Hamburg noch 5,70 pro qm gezahlt, dürfte es sich heute um mehr als das Doppelt handeln.

Im Durchschnitt geben die Haushalte in Deutschland mehr als 80% des Einkommens für die Miete aus. Der Rest des Einkommens reicht dann noch nicht mal mehr, um die Existenz zu sichern. Der Konsum in Deutschland ist nicht gestiegen, er ist einfach nur teurer geworden. Wie lange das System funktioniert, in dem die Kosten explosionsartig steigen und die Einkommen sinken, ist nicht wirklich zu fixieren, immerhin können ja Menschen ruhig in die Insolvenz gehen. Und wer kümmert sich denn schon um Obdachlose? Damit fallen einige Menschen sehr schnell aus der Statistik oder den Ressourcen heraus.

Auf der anderen Seite sind die Preise für Wohnimmobilien im Letzten Jahr fast verdreifacht worden. Heute muss ich für eine zwei Zimmer Wohnung (50 qm) in Hamburg ca. 300.000,00 Euro bezahlen, wo bei die Haltbarkeit einer solchen Wohnung bei ca. fünf Jahren liegt. Jeden Tag sehe ich in den Schaufenstern der Immobilienanbieter, Werbung von diesen Wohnungen und wunder mich, dass sie noch Käufer finden. Jetzt will ich das nicht verkomplizieren, mit Berechnungen über Beleihungsgrenzen und Refinanzierung, aber alleine die Einfache Berechnung von Unterhalt einer solchen Wohnung macht schon deutlich, dass da mehr ist als nur eine kleine Blase oder eine ungünstige Entwicklung.

Bei 300.000,00 Euro Kaufpreis, sind im Jahr ca. 30.000,00 Euro auf zu wenden, diese Immobilie ab zu zahlen, mal abgesehen, von den Rücklagen und Instandhaltungen. Damit macht das eine monatliche Belastung von ca. 2.500,00 Euro; kommt jetzt noch das Existenzminimum hinzu, muss der Käufer ca. 4.500,00 Euro (Netto) verdienen. Wohl gemerkt, nicht im Jahr, sondern im Monat. Auch wenn ich den Ertrag nehme, dann komme ich nicht über 8,00 Euro pro qm und monatlich auf 400,00 Euro (nach Abzug aller Kosten) und damit reicht das dann auf einmal auch nicht in Bezug auf den Kaufpreis.

Nehm ich die Haltbarkeit einer Wohnung diesen Angebots, so komme ich nicht über fünf Jahre. Klar, das Gebäude steht noch in hundert Jahren, aber das Innenleben und die Fenster halten eben nur fünf Jahre. Ich arbeite in dem Segment und habe in den letzten zehn Jahren genug von diesen Wohnungen begleitet, so dass ich auf diesen Wert komme von fünf Jahren. Die Einbauten sind meistens von so geringer Qualität, dass der Verschleiß und die Verarbeitung keinen höheren Wert zu lassen oder eben bei Fremdnutzung der Wohnungen eine Instandhaltung oder Sanierung der Wohnung in der Regel nach zwei Jahren sogar fällig wird. Damit schafft sich die Bankenbranche eine enorme Blase, die früher oder später platzen muss.

Wenn die Blase platzt, kann keiner absehen, was das für Folgen haben wird. Beim letzten Crash hat es uns unsere Banken und Versicherer gekostet, heute gibt es weniger als 5% Banken und Versicherer, die noch in deutschen Händen sind. Wie lange ein System funktioniert, dass darauf beruht, die Einkommen weiter nach unten zu drücken und die Lebensräume so zu verteuern, dass sich am Ende nur noch Millionäre eine Unterkunft leisten können, ist fraglich. Welche Auswirkungen das auf Deutschland haben wird ist ziemlich unklar. Es steht also fest, der Crash steht vor der Tür und klopft schon kräftig.

Aber was passiert, ist nicht ab zu schätzen, weil wir schon fast alles verkauft haben, was wirklich geht, außer Autobahnen und Kindergärten, Schulen, Universitäten oder eben vielleicht auch unsere Einwohner.

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